Mittwoch, 26. Februar 2014

Von wegen tödlich

Zweifelhafte Studie als Futter für die Boulevardpresse

am Hanftropf
Nicht tödlich: Cannabis, Bild: Archiv

„Kiffen kann töten“ lautete die heutige Headline des Berliner Kuriers. Doch nicht nur für das auf den Ostteil der Stadt focussierte Pendant zur BZ war die Veröffentlichung der Ergebnisse zu den angeblich zwei Cannabistoten aus Düsseldorf ein gefundenes Fressen. Zahlreiche Medien nahmen die Meldung zum Anlass, Stellung gegen die derzeit immer intensiver geführte Debatte um eine Re-Legalisierung von Cannabis zu beziehen.

Schaut man sich die Ergebnisse der Veröffentlichung genau an, wird klar, dass die Forscher lediglich Cannabis als Verursacher der todesursächlichen Herzrhythmus-Störungen nicht ausschließen können. Der Beweis eines kausalen Zusammenhang wird nicht geführt. Die Zeit schreibt, es handele sich bei der Diagnose um eine Verlegenheitsdiagnose.
Im Vice Magazin kommt Dr.Franjo Grothenhermen zu Wort, der die Ergebnisse seiner Kollegen ebenso in Zweifel stellt. Bei beiden angeblichen Cannabis-Toten gibt es zudem Hinweise auf Herzkrankheiten. Bis heute liegt zudem keinen Beweis für eine letale Dosis Cannabis vor, wie selbst die DEA zugeben muss.
‚Meistens fände man bei plötzlichem Herztod keine Ursache, und wenn man jetzt bei Betroffenen THC fände, dann sage das ja über die Ursache nichts aus,‘ äußerte Dr.Grotenhermen gegenüber dem „Vice Magazin“.

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