Montag, 10. Februar 2014

Im Interview: Kid Ink

„Ich bin so daran gewöhnt mir um Weed keine Sorgen zu machen, dass ich manchmal vergesse, dass es in anderen Staaten oder im Ausland anders läuft.“

 

 

Kid-Ink

Foto: Check Your Head GbR

 

Bisher dürften viele Kid Ink nur von YouTube oder ähnlichen Kanälen kennen. Dies wird sich bald ändern, zumindest wenn es nach dem Künstler selber geht. Kid Ink will hoch hinaus und trifft mit seinen elektronisierten Hip Hop Beats den Nerv des Mainstream Publikums. Insofern sollte einer steilen Karriere nichts mehr im Wege stehen. Das der aus Kalifornien stammende Rapper und Produzent was das grüne Kraut angeht kein Kostverächter ist, sondern dafür auch schon mal Ärger mit seinem Vermieter kassiert, macht ihn noch sympathischer. Grund genug ihm anlässlich der Veröffentlichung seines neuen Albums ‚My Own Lane‘ ein paar Fragen zu stellen.

Angefangen hast du als Produzent. Was hat dich dazu bewegt schließlich selbst das Mic in die Hand zu nehmen?

Im Endeffekt ging es nicht nur darum das Mikrofon in die Hand zu nehmen, denn als Produzent habe ich eh schon die ganze Zeit über Musik gemacht. Ich habe Hooks geschrieben, Ideen entwickelt und war auch zum Teil auf meinen eigenen Produktionen zu hören. Das gehört dazu, wenn man so groß werden will wie Timberland, Farell oder Swizz Beatz. Ich habe eine Leidenschaft für’s Schreiben entwickelt und gleichzeitig frustrierten mich die Rapper, die zwar wussten, dass ich gute Beats hatte, die aber nicht damit umgehen konnten. Ich wollte sozusagen beweisen, dass ich es besser machen kann. Viele Leute wollen wie ein bestimmter Produzent bzw. wie ein bestimmter Song, der gerade ein Hit ist, klingen. Ich wollte zeigen, dass das Zeug, was im Radio gespielt wird nicht unbedingt das entscheidende ist. Ich wollte mein eigenes Ding machen und meine Freunde und Fans haben mich motiviert weiterzumachen.

Dein erstes Album hast du im Alleingang herausgebracht. Jetzt bist du bei einem Major-Label unter Vertrag. Hat das deine Arbeit einfacher gemacht?

Das kann man so und so sehen. Am Ende ist es ein Segen und ein Fluch zugleich. Einige Sachen sind dadurch einfacher geworden. Gleichzeitig kommt jetzt auch viel mehr Arbeit auf mich zu. Ich gebe jetzt mehr Interviews und gehe zu mehr Events und Radioshows und tue Leuten einen Gefallen, denen ich normalerweise keinen tun würde, weil ich vorher die Kontakte nicht hatte bzw. ohne ein Major-Label im Rücken nicht interessant gewesen wäre. Davon profitiere ich natürlich auch. Was die Musik angeht, hat sich nicht viel verändert.

Warum hast du den Deal unterschrieben?

Ich wollte weiter wachsen. Als Independent-Künstler kann man berühmt werden und viel Geld machen. Man kann auf einem bestimmten Level bleiben und damit zufrieden sein, nicht ständig im Radio oder im Fernsehen zu laufen oder an Shows teilzunehmen. Aber das reicht mir nicht. Ich will nicht nur Videos auf YouTube haben. Wenn man sich nur auf das Internet konzentriert, erreicht man viele Menschen nicht. Es gibt unterschiedliche Märkte. Interpreten können es ohne Label weit bringen, aber es gibt bisher niemanden, der ohne Label auf dem Level von Kayne West, Jay Z oder ähnlichen wäre. Aber genau da will ich hin und dabei kann mir ein Major-Label helfen.

Dein neues Album ist im Januar erschienen. Was kannst du mir darüber erzählen?

Das Album heißt ‚My Own Lane‘. Wie ich schon gesagt habe, durch ein Major-Label im Rücken sind viele neue Menschen auf mich aufmerksam geworden. Alle fragen sich wer Kid Ink ist. Sie machen mich an der Single ‚Show Me‘ fest. ‚My Own Lane‘ soll zeigen wer ich bin und was ich als Künstler drauf habe. Es geht mir nicht darum mit aller Gewalt einen neuen Sound zu präsentieren sondern eher darum, den Leuten zu ‚erklären‘ wofür Kid Ink steht.

In Songs wie ‚Get you High Today‘ singst du über’s Kiffen, in ‚I Just Want It All‘ sieht man dich einen Blunt drehen. Hast du das Gefühl frei Marihuana rauchen zu können oder musst du darauf achten nicht erwischt zu werden?

Kalifornien, wo ich herkomme, ist da ziemlich liberal, da mache ich mir keine Sorgen. Andere Orte in den Staaten, wie New York sollen aber schon recht krass sein.  Generell sind die Gesetze an der Ostküste strenger. In LA ist es total egal. Du kannst kiloweise Gras in deinem Auto durch die Gegend fahren. Wenn die Bullen dich anhalten, werden sie dir eine Geldstrafe aufdrücken bzw. dir das Weed einfach abnehmen ohne dich gleich festzunehmen. Ich wurde mal mit Gras am Flughafen angehalten ohne dass es eine große Sache war. Sie habe mir das Gras abgenommen, und mir eine Rechnung für das Bußgeld geschickt. In Denver soll es ähnlich sein. Ich bin so daran gewöhnt mir um Weed keine Sorgen zu machen, dass ich manchmal vergesse, dass es in anderen Staaten oder im Ausland anders läuft. Ich stehe vor einem Gebäude und rauche eine Tüte und alle gucken mich komisch an. Dann fällt es mir wieder ein, dass ich nicht in LA bin. Es gibt natürlich auch in Kalifornien Leute, die Marihuana missbilligen. Man würde meinen, dass diese Leute auch was gegen Zigaretten haben, die meiner Meinung nach übler riechen und viel schädlicher für den Körper sind als Marihuana, aber das ist nicht der Fall. Gegen Zigaretten haben sie nichts, aber wenn sie bei mir das kleinste Bisschen Gras riechen, verurteilen sie mich sofort.

Bist du der Meinung, dass Marihuana unter strengen Jugendschutzrichtlinien überall legalisiert werden sollte?

In den USA zumindest sollte es meiner Meinung nach, jedem Staat selbst überlassen sein. Marihuana spielt nicht in jedem Staat eine wichtige Rolle. In einigen Staaten sind krassere Drogen viel verbreiteter. Ich denke, dass sich die Dinge mit der neuen Generation langsam ändern werden. Doch Marihuana wird wohl noch eine ganze Weile von der älteren Generation bekämpft werden. Wenn Marihuana überall geraucht werden dürfte, würden sich viele Leute beschweren. Ich wurde bereits aus meiner Wohnung rausgeschmissen, weil ich zu viel geraucht habe und sich die Nachbarn über den Geruch beschwert haben. Leute finden immer Gründe sich über etwas zu beschweren, wenn es ihnen nicht so gefällt wie einem selber.

Was steht nach der Tour für dich an?

Nach der Tour werde ich nach Hause fliegen zurück zu meinem Cali Kush. Darauf freue ich mich schon (lacht). Abgesehen davon kommt nach der Veröffentlichung von ‚My Own Lane‘ einiges auf mich zu. Es ist mein erstes Album auf einem Major. Es wird überwältigend sein, die Reaktionen des Publikums zu sehen und die Werbung überall. Ich werde weiter Musikvideos aufnehmen und diese verbreiten und natürlich in diversen Radiosendungen auftreten. Ich war von April 2013 bis Januar 2014 auf Tour. Das war eine verdammt lange Zeit und ich freue mich darauf nach Hause zu kommen.

Vielen Dank für das Interview.

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