Mittwoch, 8. Januar 2014

Das Prinzip Trial+Error

Fehler sind zum Lernen da

Autor: KIMO

Growing...das Prinzip Trial+Error
Eine der beiden Muttis

Wer ein paar Jahre hinter einer Growshop-Theke steht, macht die leidliche Erfahrung, dass viele ambitionierte Einsteiger an sich selbst scheitern und deshalb ihr Hobby früher oder später an den Nagel hängen, oder schlimmer, es von Dritten an den Nagel gehangen bekommen. Denn entweder quält der allzu sorglose Gärtner die Pflanzen, bis sie Schmerzen erleiden oder gar sterben, oder die Schlampigkeit hat gar Schlimmeres wie einen ungebetenen Besuch zur Folge. Besonders Technik begeisterte Männer denken oft, auch beim Growen, eine Art Marken- und Technikfetischismus ausleben zu müssen.

Neueinsteigern, die nach der Besichtigung einer vollautomatischen Hydro-Anlage eines Bekannten auf den Geschmack gekommen sind, ist oft gar nicht bewusst, dass man in ein solch komplexes Hobby auch hinein wachsen muss. Die Folgen solch unbedachten Handels sind oft verbrannte Wurzeln, verbranntes Geld und spätestens nach Erhalt der ersten Stromrechnung ist die Motivation dann ganz dahin. Danach kommen noch die langen Gesichter beim Versuch des Wiederverkaufs von gebrauchtem Equipment. Das Internet ist ein denkbar schlechter Ort, gebrauchte Indoor-Anlagen wieder zu veräußern und der Einzelhandel zahlt beim Ankauf kaum die vom Verkäufer erwarteten Preise.

Auch mein alter Bekannter Tobi war zu Beginn seiner Indoor-Karriere kein Freund von Zucht und Ordnung. Er hat alles falsch gemacht, was möglich war und seine selbst gezimmerte Box sah aus, als habe er sie zum Züchten von Kraut und Rüben zusammen genagelt. Doch trotz anfänglich karger Erträge hat sich Tobi nicht klein gärtnern lassen, sondern hat sich auf Fehlersuche begeben, Freunde und Foren frequentiert und ständig daran gearbeitet, besser zu werden. Neulich haben wir uns wieder einmal in seiner Bude getroffen und ich habe nicht schlecht gestaunt: Aus einem anfangs schlampigen Grower ist ein echter Hanfbauer mit einem großen Herz für Pflanzen geworden, dessen Kammer einen fast perfekten Organisationsgrad aufweist. Im Laufe unseres Gesprächs haben wir seine ersten Versuche noch einmal kurz Revue passieren lassen:

Schlecht beraten

„Ich hatte bei Assel-Frank* mitbekommen, was man mit zwei Lampen so anstellen kann und wollte das auch. Also bin ich Tags drauf völlig planlos in den nächstbesten Growshop marschiert. Ich habe leider erst viel später gecheckt, dass mir der Verkäufer viel zu viel Equipment verkauft hatte, als ich Anfänger gebrauchen konnte. Das an sich wichtige Buch, das ich mir mal besser vor dem ersten Großeinkauf zugelegt hätte, habe ich nur kurz überflogen und dann einfach in meiner Speisekammer losgelegt. Mit einer 400 Watt Lampe und 20 feminisierten Samen, die ich einfach in die Erde gesteckt habe.

Die Absauganlage war viel zu laut, ich hatte keine Topfuntersetzer und die Kammer war trotz der großen Absauge immer zu feucht, außerdem habe ich die Ladies sechs Wochen vorwachsen lassen. Mit Düngen oder Schädlingsvorbeugung wollte ich mich nicht so richtig beschäftigen, EC- sowie pH-Wert waren für mich ein Fremdwort und ich dachte meine Faulheit sei gleich bedeutend mit “Bio“. Gegossen habe ich, indem ich das ganze Feld von oben mit der Gießkanne nach gleichnamigem Prinzip bewässert habe, ohne Rücksicht auf Blätter oder Geklecker. Nach sechs Wochen Wachstum waren meine „Power Plant“-Sämlinge schon 30 Zentimeter hoch und sind deshalb nach der Umstellung auf die Blütephase viel zu groß für meine ein Meter hohe Box geworden, so dass ich keinen Platz mehr nach oben hatte.

Vom Beschneiden der unteren, nicht mit Licht versorgten Triebe hatte ich noch nie etwas gehört, die Folge waren riesige Pflanzen mit ganz vielen „Popcornbuds“, also Mini-Blüten, die an der Spitze teilweise verbrannt waren. Die Ernte war deshalb zeitraubend, der Ertrag mehr als bescheiden und meine Stromrechnung saftig. Es dämmerte mir, dass weder Saatgut noch Equipment der Grund für den jämmerlichen Ertrag waren, denn andere waren in der Lage, mit den gleichen Mitteln halbwegs ordentliche Ernten einzufahren. Kurzum, ich war selbst Schuld, denn ich war planlos, gierig und deshalb nicht erfolgreich.

Lesen bildet

Nach der inneren Einkehr habe ich das Grow-Licht erst einmal ausgeknipst, gegen die Leselampe getauscht und mir das ganze Buch, das ich aus dem Growshop hatte, Seite für Seite durchgelesen. Dabei sind mir dann wirklich mehrere Lichter aufgegangen, denn die Liste meiner schlimmsten Fehler war lang. Schon bei der Auswahl des Saatguts hatte ich mir gar keine Gedanken gemacht, denn die 12 verweiblichten Power Plants, die ich in 7 Liter Töpfen stehen hatte, waren nach sechs Wochen Wachstum einfach zu groß. Die Meinung, meine Box sei ja eine Art Garten und müsse deshalb nicht besonders sauber sein, habe ich schnell revidiert.

Hatte ich beim ersten Durchgang nie welke Blätter beseitigt, die Box nie ausgewischt, die Zuluft ungefiltert belassen und beim Gießen oft eine richtige Sauerei veranstaltet, ohne auch je aufzuwischen, sollte sich das ab jetzt ändern. Ich glaube auch, dass ich beim ersten Durchgang Schädlinge hatte, aber aufgrund meiner mangelnden Erfahrung zu diesem Zeitpunkt kann ich das im Nachhinein nicht mehr so genau sagen. Auf jeden Fall ist mir beim Lesen des Buchs klar geworden, dass ich meine Kammer genauso sauber halten muss wie mein Wohnzimmer. Dazu gehört auch, beim Gießen darauf zu achten, alle Pflanzen wirklich gleichmäßig zu versorgen und die Töpfe genau zu treffen. Aus Frust habe ich erst einmal ein halbes Jahr pausiert und überlegt, ob ich überhaupt weitermache. Doch angesichts der Versorgungslage habe ich mich dann doch entschlossen, wieder loszulegen.

Die grundlegendste Änderung war mein Beschluss, mir aus der nächsten Samenladung eine Mutterpflanze zu züchten und ab sofort mit Stecklingen zu growen. Ich habe also meine selbst gebaute Box zur Mutterkammer umfunktioniert und mir ein kleines Growzelt mit einer 250 Watt Lampe und allem notwendigen Drum und Dran zugelegt. So war meine Stromrechnung nicht höher als zuvor, denn zusammen mit den 110 Watt aus der vegetativen Kammer war ich sogar ein wenig sparsamer als mit den 400 Watt meiner Anfänger-Box.
Selektieren war und ist mir immer noch zu kompliziert und zeitaufwendig, deshalb habe ich mir über ein paar Umwege einen Jack Flash Steckling besorgt, der als Grundlage für die vegetative Kammer dienen sollte. Weil ich genau nach Anleitung gearbeitet habe, konnte ich nach ein paar Wochen schon 10 stattliche Stecklinge abschneiden, die auch nach zwei Wochen schön durchgewurzelt waren.

Auch beim Blühen habe ich so Einiges geändert: Den unteren Teil der Pflanzen beschneide ich jetzt so, dass alle übrig gebliebenen Buds ausreichend Licht abbekommen. Das verbessert zudem die Luftzirkulation. Kurzum, ich habe im unteren Bereich der Kammer einen viel besseren Durchblick. Die verbleiben, oberen Blüten werden seitdem viel fetter und die Ernte ist dadurch auch einfacher. Ich stelle jetzt nur noch sechs Pflanzen in meine Kammer, die ich in der Mutterkammer 25 Zentimeter vorwachsen lasse, bevor ich sie in die Blüte schicke.

Außerdem habe ich im Laufe der Zeit ein paar technische Dinge geändert: Ich habe einen Schalldämpfer an das Abluftsystem angeschlossen, die Zahl der Umluftventilatoren von eins auf zwei erhöht, mir einen besseren Reflektor sowie einen Cooltube zugelegt und angefangen, beim Düngen genau hinzuschauen, indem ich Ec-und pH-Wert regelmäßig messe. Dafür habe ich den automatischen Klimaregler und den alten Reflektor in Zahlung gegeben. Für den aktuellen Durchgang habe ich mir gerade eine 40 x 40 Zentimeter Trockenbox zugelegt, damit ich nicht immer die Blühkammer zum Trocknen nehmen muss, denn meine neuen Stecklinge sind jetzt schon so groß, dass ich sie bald in die Blüte schicken sollte. Außerdem spare ich so zwei Wochen bis zur nächsten Ernte. Das ist jetzt mein zweiter Durchgang mit Stecklingen und es sieht wieder besser als beim letzten Mal aus.“

Tobi steht auf und bittet mich in den Keller, wo neben Tiefkühltruhe und Konservenregal zwei kleine Boxen stehen.

Eine davon beherbergt:

– Zwei Mutterpflanzen unter 2 x 55 Watt, dazu ein paar frisch geschnittene Stecklinge.
– Ein 180m³/h Abluftsystem mit Rohrlüfter und Filter.

In der anderen, einem 60 x 60er Growzelt, stehen sechs sehr hoch gewachsene kurz vor der Ernte. Alle Kabel sind ordentlich verlegt, es liegen keine alten Blatt- oder Erdreste herum, die Luft riecht frisch, zumindest so lange die Blühkammer geschlossen ist. Nach dem Öffnen verbreiten die reifen Jack Flash ihr einzigartiges Aroma dafür umso intensiver.

Das Equipment besteht aus:

1x 250 Watt Leuchtsystem mit einem Metallhalogen Leuchtmittel für die vegetative Phase
1x Natrium-Dampfleuchtmittel für die Blühphase
1x Cooltube
1x Aktivkohlefilter 255m³/h
1 Rohventilator 180m²/h mit temperaturgesteuertem Dimmer
1 Thermo-/Hygrometer
2 Clipventilatoren
6 x 6 Liter Töpfe mit Coco/Perlite (70/30) Gemisch

Die Mutterkammer

Tobi öffnet die kleine Tür zur vegetativen Kammer und auch dort sieht es super grün und gesund aus.
„Ich habe eine ganze Weile gebraucht, um das so hinzubekommen. Ich habe hier zwei Mutterpflanzen, falls mal eine krank wird oder gar eingeht, habe ich noch eine zweite. Stecklinge schneide ich regelmäßig und immer ein paar mehr, als ich für mich selber brauche. Erstens habe ich dann immer die Option, nur die allerbesten blühen zu lassen, außerdem kommt der Rest schon nicht um. Meine Mutterkammer ist mein ganzer Stolz, weil ich da von Anfang an penibelst gearbeitet habe. Als Medium nehme ich hier genau wie in der Blütekammer ein Kokos/Perlite-Gemisch. Der Ec-Wert für die Mutterpflanzen beträgt 1,6 – 1,7 mS, bei den Stecklingen fange ich ganz langsam mit 0,5 mS an und steigere ihn dann im Laufe der kommenden 14 Tage bis auf 1,2 mS.

Dann kommen sie in die Blütekammer oder ich gebe sie an Freunde weiter. Der pH-Wert ist bei allen meinen Pflanzen 6,0.Nur in der Endblüte senke ich ihn sukzessive auf 5,5 ab. Natürlich nutze ich immer Osmosewasser, da der Ec-Wert des hiesigen Leitungswasser fast 1,0 mS beträgt. Außerdem ist es mit 17 Grad dH (Härtegrad) viel zu kalkhaltig für Hanfpflanzen. Aber zurück zu den Müttern. Ich kenne ihre Herkunft genau, weil mir ihr Besitzer einen Schnellkurs im Schneiden von Stecklingen verpasst hat, in dessen Verlauf er mir auch die Selektion einer Mutterpflanze erklärt hat. Bei der Jack Flash hat es wohl ein halbes Jahr gedauert, bis er seine Mutti heraus selektiert hatte.

Zum Schneiden der Stecklinge nutze ich Torfquelltöpfe und Bewurzelungspuder und achte immer darauf, dass ich das Gewächshaus nicht zu voll mache. Es passen zwar mehr rein, aber bei mir entwickeln sich die Babys zu ungleichmäßig, wenn ich sie sehr eng stelle. Die Mutterpflanzen stehen bei mir in 8-Liter Töpfen und werden ungefähr alle zwei Wochen beschnitten, wobei ungefähr 20 Stecklinge „abfallen“. Selbst ein paar Spinnmilben, die ich im Sommer entdeckt hatte, haben sich mit ein wenig Neem-Öl und dem Einsatz von Nützlingen verzogen. Zuerst wollte ich panisch die Chemo-keule auspacken, doch zum Glück hat mich ein Foren-Kollege gewarnt.“

Schädlinge sind, früh genug erkannt, in einem gesundem Mikroklima für die Pflanze kein Problem. Im Frühstadium gibt es für jeden Schädling den entsprechenden Nützling. Leider erkennen unerfahrene Heimlichgärtner die Plage meist erst dann, wenn es zu spät ist. Zu spät heißt, dass man die Population von Thripsen, Spinnmilben oder sonstigem Getier schon mit bloßem Auge erkennen kann. Dann helfen meist nur noch systematisch wirkende Mittel, im Volksmund „Chemische Keule“ genannt.

Die Folgen

Ausgemergelte, zum Teil abgestorbene Pflanzen oder alternativ ein mit Insektiziden belastetes Endprodukt. Außerdem bilden sich durch die regelmäßige Anwendung von Insektiziden Resistenzen. Bei den Spinnmilbenmitteln hat der intensive Einsatz in niederländischen Gewächshäusern bereits dazu geführt, dass der Wirkstoff jährlich geändert werden muss.

Früherkennung von Schädlingen kann man üben, auch eine prophylaktische Gabe von Nützlingen schadet gerade in den warmen Sommermonaten nicht. Tobis Sauberkeit und Ordnung im Raum tun dann den Rest. Man sollte nicht meinen, wie viele @home Gärtner Pflanzen- oder Erdreste gleich Säcke weise bunkern, um die einmal erworbenen Schädlinge auf keinen Fall los zu werden und ungebetenen Besuchern gleich noch mehr Grund für Stress zu liefern. Alle, die im Netz über Jahre hinweg immer wieder Roxion gegen Thripse oder Kiron gegen Spinnmilben bestellt haben, waren einfach zu faul, das Problem von Grund auf zu beheben: Ist der Befall wirklich so schlimm, dass die „Chemo-Keule“ unumgänglich wird, muss nach dem Durchgang der Raum Grund gereinigt werden, das Medium und alle Pflanzenreste müssen entsorgt sein, bevor die nächste Generation die Box betritt. Dasselbe gilt, auch wenn es weh tut, für stark befallene Mutterpflanzen. Aber so weit war es bei Tobi zum Glück noch nicht, und so ist er mit einer Behandlung einer Kombination aus Florfliegen-Larven (Chrysoperla carnea) und Raubmilben (Amblyseius californicus) sehr erfolgreich gewesen. Zudem sprüht der Hobbygärtner prophylaktisch einmal im Monat Neem-Öl, auch wenn er keine Schädlinge entdecken kann.

Tobi meint, bevor er noch ein paar Worte zu seinen blühenden Pflanzen verliert, wäre es Zeit für eine kurze Pause. Also setzen wir uns kurz in seine Küche und mein Freund dreht endlich eine schöne Pur-Tüte, selbstredend aus eigenem Anbau. Mild im Geschmack, mit leichter sativa-Note und stark in der Wirkung, genau wie es sein soll. „Gut getrocknet“ schießt es mir durch den Kopf; anscheinend kann Tobi Gedanken lesen.

„Die meisten kleinen Heim(lich)-Gärtner trocknen ihre Ernte, anders als Profis, indem sie im Zelt oder dem Growschrank einfach das Licht ausmachen und die Lüftung weiterlaufen lassen. Dagegen ist prinzipiell auch nichts einzuwenden, es sei denn, man führt sich vor Augen, wie es auch sein könnte.

Man nehme:

Einen Rohreinschublüfter mit Aktivkohlefilter (ab 59,90 €) mit einer Leistung von 180m³/h. Eine Homebox XS (ab 99 €, zur Not tut‘s auch ein faltbarer Kleiderschrank** aus dem Baumarkt für 19,90 €). Ein halber Meter Schallschutzschlauch (ca. 5 €), dazu ein Trockennetz (ca. 15€) eröffnen neue Dimensionen.

Eine kleine Trockenbox kostet so weniger als 200 Euro und ermöglicht eine ganze Ernte mehr pro Jahr. Denn: Wer seine Growbox alle acht bis zehn Wochen weitere 14 Tage zum Trocknen nutzt, verbringt im Schnitt ganze acht Wochen im Jahr mit der Trocknung. In dieser Zeit könnte eine ganze Generation heranreifen. Einfach aufbauen, Trockennetz einhängen und Stecker rein. Wer es besonders leise haben will, kann den Lüfter sogar noch um bis zu 50 Prozent dimmen (Niederfrequenz-Dimmer 20-50 €), die Lüfterleistung reicht so immer noch zum Trocknen. Kostet 100-250 Euro und bringt eine Ernte pro Jahr.“

Die Tüte ist aufgeraucht und wir begeben uns wieder in den Keller, wo sechs vitale Jack Flash unter 200 Watt stehen.

„Das teure Equipment entfaltet erst sein volles Potential, seitdem ich weiß, was ich tue. Ich hatte es ja nun von Anfang an und muss sagen, dass es mich nicht vor der erstem Missernte bewahrt hat. Aber jetzt macht es richtig Spaß, durch genaue und penible Arbeit immer gleich gute Ernten einzufahren. In den ersten drei Blütewochen behalte ich die Düngermischung für die vegetative Phase bei, weil die Ladys so schnell wachsen. Allerdings gebe ich schon Blühstimulator hinzu. Zweimal pro Woche entferne ich die unteren Triebe, was in der Fachsprache ausgeizen heißt. So bekommen alle verbleiben Triebe ausreichend Licht und können sich zu großen, kompakten Buds entwickeln. Sobald die Mädels langsamer wachsen, ändere ich die Düngermischung auf „Blüte“ und senke den Reflektor so weit herab, wie es die Pflanzen vertragen. Das sind bei meiner 250er Leuchte und dem Cooltube nur 15 Zentimeter. Die entscheidenden Phasen durchläuft die Pflanze auch in den ersten vier Blütewochen, sieht dann alles so aus wie jetzt, kann ich von einer Ernte von 1 Gramm/Watt und manchmal mehr ausgehen. Ab der vierten, fünften Woche kann ich kaum noch in die Entwicklung eingreifen, was jetzt nicht optimal entwickelt ist lohnt sich kaum. Aber wie du siehst habe ich eigentlich nur einen „Hänger“, die Kleine da am Rand, aber die wirft auch noch ein paar ordentliche Buds ab. Die Jack Flash kann ich dann auch ziemlich genau 65 Tagen ernten, wobei ich die Ernte per Hand erledige, eine Maschine ist bei der Menge überflüssig. Aus den Trimresten mache ich Haschisch. Ich habe Eishasch und Trockensiebe ausprobiert, ist beides lecker, aber Eishasch ist mir zu aufwendig.“

Tobi gibt mir noch ausreichend Zeit, um ein paar Schnappschüsse seiner Hanfdamen zu machen, bevor er sich wieder Richtung Küche bewegt, um ein „letztes, pures Ding“ zu drehen. Ich lehne dankend ab und verabschiede mich lieber vorher, weil ich mich noch erinnern möchte, wo es zur nächsten Bushaltestelle geht. Wir verabschieden uns und ich kann immer noch nicht glauben, wie sich mein alter Freund vom absoluten Chaoten zum penibelsten Perfektionisten gewandelt hat. Hanf sei Dank, Sauls und Pauls waren nix dagegen.


* Name von der Redaktion geändert
** gibt’s im Baumarkt ab 20 Euro

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