Dienstag, 1. Oktober 2013

Ohne Dünger, mit Gefühl

Ein tGL-Grow* auf Erde

Bubblelicious, Blueberry und Orange Bud in der 4. Woche Fotos & Infos: the-greenleaf.in
Bubblelicious, Blueberry und Orange Bud in der 4. Woche Fotos & Infos: the-greenleaf.in

Auf the-greenleaf.in , einem passionierten Cannabis-Grower-Forum im Internet, staunte die Redaktion nicht schlecht über den Indoor Garten eines anonymen Growers, die oder der verschiedene High-Supplies.com Samen auf Erde anpflanzte und vollständig darauf verzichtete, hochgepriesene Düngemittel aus dem Fachhandel zu nutzen.

Die vegetative Phase
Unser unbekannter Indoorgärtner hatte bereits zwei BlueBerry, zwei Bubblecious und zur Sicherheit noch einen California Orange Bud Samen zwischen zwei Lagen feuchten Küchenrollenpapiers gelegt und dieses senkrecht auf ein feuchtigkeitsresistentes Brett verfrachtet, als er auf the-greenleaf.in von seinem gewagten Vorhaben erstmalig berichtete. Dreizehn Pflänzchen wurden ebenso aus eigenen Samen, so genannten Bag-Seeds, gezogen und sollten sich die hell erleuchtete Herberge mit den Zuchtsamen bald teilen.
Bei einer Temperatur von etwas über 20 Grad Celsius keimten alle kommerziellen Samen innerhalb kurzer Zeit und wurden mit Premium Erde in kleine Anpflanz-Plastiktöpfchen gesetzt. Die anderen Nüsschen brauchten weitere zehn Stunden um ihre harte Schale zu erweichen und folgten dann dem Schicksal ihrer Vorgänger. Für einige Tage ans Fenster gestellt, zeigten die kommerziellen Samen bereits nach 24 Stunden erste Pflanzenspitzen an der Erdoberfläche. Dann wurden sie in die Wachstumskammer gestellt, wo sie unter einer 400 Watt Leuchte in ein bis zwei Monaten eine Wuchshöhe von 30-50 Zentimetern erreichen sollten. Dazu wurden sie auch mit „größerem Schuhwerk“ in Form von dreieinhalb Liter Töpfen bestiefelt, welches den Wurzeln genügend Möglichkeiten zum Ausbreiten gab. Die Überlegung von dem unbekannten Netz-Nutzer war, dass nach dem Umstieg in die Blütephase und einer damit verbundenen zwölf Stunden Beleuchtung, möglich auftretende Mangelerscheinungen erst dann mit den entsprechenden Mittelchen behoben werden sollten.
Da sich die Pflanzen aber vorerst hervorragend entwickelten- die Bubblecious bildete so schon schöne, breite Blätter aus, während die BlueBerry den anderen davon wuchs- verzichtet er auf externe Nährstoffzufuhr und goss weiterhin ausschließlich mit reinem Nass.
Bevor die Pflanzen in die Blütephase geschickt wurden, gehörte ein erneutes Umsetzen in elf Liter Töpfe zum Programm. Überschüssige Pflanzen der unbekannten Zucht sollten zwecks Platzschaffung in der Indooranlage bald in der freien Natur ein Zuhause finden.
Als die Blätter anfingen, etwas zu vergilben, zog der tGL-Gärtner kurzzeitig eine Düngung in Erwägung, doch die Ladies erholten sich schnell und so beließ er es bei klarem Wasser.


Saftig grün kann es weiter gehen – Foto: tGL

Die Blüte
Alle feminisierten Samen outeten sich nach der Umstellung auf Blüte auch als Weibchen, während die eigene Zucht mit einem Männchen und einem sich selbst befruchtenden Zwitter auch nur sehr wenig Ausschuss produziert hatte. Neun Pflanzen blieben damit übrig, auf die sich der Hanfgärtner nun mehr konzentrieren konnte und denen etwas mehr Platz zur Verfügung stand. Circa vierzehn Tage nach der Umstellung auf den zwölf Stunden Rhythmus Beleuchtung, wechselte der unbekannte Cannaisseur erst das Leuchtmittel und bot den bereits Geschlechtsmerkmale aufweisenden Cannabis-Pflanzen nun das Blühspektrum zur fachgerechten Reifung der sich ausbildenden Blütenstände.
Auch wenn er nach siebenunddreißig Tagen wirklich Lust verspürte, den Mädels unter die Arme zu greifen, unterließ er den Versuch, weil bis dahin noch keine erwähnenswerten Mangelerscheinungen aufgetreten waren. Zwecks Lufterfrischung wachsender Knospen hatte sich unser Pflanzenfreund einen alten PC-Ventilator in das immer dichter werdende Zelt gehängt. Schadet nicht, um Schimmel in Feuchtgebieten vorzubeugen. Wenn die Temperatur dann nicht zu tief fällt, sollten man Probleme in diese Richtung vermieden wissen. Andere können schnell genug entstehen. Da zum Beispiel eine Pflanze zu schnell gewachsen war und an die Lampe reichte, musste er diese vorzeitig kappen, bei den anderen hörte der Längenwuchs zum Glück rechtzeitig auf. Alle drei bis fünf Tage, wenn die Blätter anfingen, schlaffer zu hängen, wurden die Plants in den elf Liter Pötten mit 0,8 bis 1,5 Litern Wasser begossen. Anmerkungen von anderen Foren-Usern deuteten darauf hin, dass man bei den verwendeten elf Liter Töpfen aber mindestens die doppelten Mengen hätte vergießen sollen, was einem bei ausschließlicher Wasser Verwendung auch wenig Mühen und keinerlei Kosten bereitet hätte.
Zum achtundvierzigsten Blütetag fielen bereits einige der großen, gelb gewordenen Blätter aus den Pflanzen, die sich meist im Mittelteil des Wuchses befanden. Im oberen und unteren Bereich war soweit alles grün. Nur die Orange Bud war etwas „komisch“ gewachsen.
Zum neunundfünfzigsten Blütetag schwollen die Knospen ordentlich an und verschafften dem Indoorplantagenbesitzer neue Hoffnung, da er schon davon ausging, dass da nicht mehr so viel passieren würde. Obwohl mit Ausnahme der bereits in der Premium-Erde vorhandenen Nährstoffe keinerlei Düngemittel zugesetzt wurden, legten die Plants am Ende ihres Lebenszyklus noch ordentlich zu und entsprachen von Form und Größe her dem, was ein echter Liebhaber erwartet.

Die BlueBerry bildete während dieser Zeit viele braun-rote Fädchen, während die Orange Bud kaktusmäßig seltsam viel stachliges Blattmaterial produzierte. Majestätische Knollen wurden von der Bubblecious hergestellt, für die sie jedoch recht viel Zeit nahm.
Um den fünfundsiebzigsten Blütetag sah man den BlueBerry´s an, dass ihr Ende nahte. Die vitalere entwickelte plötzlich überall neue Stigmen über die gesamten Buds verteilt und nicht nur am Top.
Alte Calyxe mit bereits verfärbten Härchen wurden teils auch komplett überdeckt. Alle anderen Pflanzen zeigten bereits eine bernsteinfarben schimmernde Verfärbung. Eine weitere Woche wurde eingeplant, dann wollte man die Pflanzen vom Stiele schlagen.
Da die Ladys wohl nicht nur wegen ihres Namens eine Blaufärbung auf manch verharztem Blatt und einigen Calyxen aufzeigten, schob der Herbergsvater diesen Fakt eher auf zu kalte Umgebungsluft, die durch seine abendlichen Lüftungen schon mal unter 10° Grad Celsius Raumtemperatur gefallen waren und nicht auf besondere Charaktereigenschaften der Pflanzen.


Trichome der Bubblecious am 59.Tag – Foto: tGL

Die Trocknung des erwirtschafteten Materials blieb im Thread des Forums unerwähnt. Wie man es mit dem feuchten Gras aber richtig angeht, kann passender Weise im Erntedank Themenspezial auf Seite 9 erlesen werden.

Vier Wochen nutzte der anonyme Züchter in diesem Fall, um sein Gras richtig trocknen und so zum vollen Aroma kommen zu lassen. Zum Schluss gab es dann noch eine im Forum dokumentierte Verkostung und Bewertung der einzelnen Sorten, Fazit:
Leckere, süße Sorten seien es geworden. Die BlueBerrys konnten durchweg mit blau- oder heidelbeerigem Aroma, das man bis auf die Lippen schmeckt, aufwarten. Es bildete massige, feste Buds und war im Wachstum kaum zu bremsen.
Der Ertrag sei gut, aber noch zu toppen, nichtsdestotrotz war BlueBeryy der Favorit des Grows. Die Bubblecious sei sowohl im Längenwachstum als auch bei der Ausbildung der Seitentriebe zurückhaltender, ihre Harzproduktion hingegen gestalte sich dafür umso üppiger. Recht königliche, zwar kleinere, aber sehr feste Knospen, die wie in Trichomwatte gehüllt erschienen, bezauberten den Selbstversorger aus den Weiten des www. Der Geruch erinnerte an rosafarbenen Hubba Bubba Kaugummi, während der Geschmack beim Konsum eher den gelben Juicy Fruits ähneln würde. Das High muss sehr intensiv gewesen sein, da vor zu viel „Nascherei“ gewarnt wird.


Locker Abgehangen – Foto: tGL

Die dicken Knospen können sich, auch wenn nicht zu riechen, sehen lassen und bieten mit Listung des Vergleichs der Zahlung für Stromkosten für Licht und Lüfter in ungefährer Höhe von 200 Euro und einem Ertrag von circa 300 Gramm feinsten, Marken-Marihuanablüten, viele Gründe, warum sich der Heimanbau im Vergleich zum gesamten Schwarzmarktprozedere wirklich immer lohnt.
Erde, Wasser, Licht, mehr braucht es nicht. Insgesamt einhunderteinundzwanzig Tage musste sich der Indoorbauer „ein bisserl“ um seine Untermieterinnen kümmern, um dann eine ganze Weile lang viele nervige Telefonate, ebenso viele unbequeme Treffen in zwielichtiger Gesellschaft und weit mehr als das Siebenfache, der von ihm investierten Geldsumme, einsparen zu können.

„Wow“ sagt man, in jeglicher Hinsicht, wohl auch heutzutage noch im Internet zu solchen Ergebnissen, auch wenn das Wort dort möglicherweise mittlerweile anders geprägt sein könnte. Wow!

Vielen Dank an das „the-greenleaf.in“ Forum, das uns Bilder und Grundinformationen für diesen Artikel zur Verfügung gestellt hat. Schaut doch mal bei www.the-greenleaf.in vorbei.

* tGL- the Green Leaf.in – die immer wachsende Community“ besteht seit 2008. Dort treffen sich Hanfbegeisterte zum Wissens- und Erfahrungsaustausch über die neuesten Sorten, Techniken, Trends und Entwicklungen der stetig wachsenden Hanfgemeinde. Schaut einfach mal rum – es lohnt sich.

Fotos & Infos: the-greenleaf.in

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