Mittwoch, 14. August 2013

Egaming August

Deadpool 
(L)a muse et moi

Wirkt ganz normal, ist er aber nicht – Deadpool! Fotos: Activision Blizzard

Superhelden sind ein Spaß. Games mit diesen Charakteren haben während der aktuellen Hardwaregeneration ordentlich zugelegt und profitierten von der Rechenleistung mit riesigen, darstellbaren Arealen, flüssigsten Animationen und vielen, den Helden angepassten Möglichkeiten.
Zum Ende der Generation hat sich ein spezieller Marvel Held nun auch sein eigenes Videospiel kreiert oder besser gesagt unter Zwang kreieren lassen.

Die Rede ist von Deadpool.
Dieser Typ ist ein etwas anderer Comic-Charakter, der es nicht nur faustdick hinter den Ohren hat, sondern der vor allen Dingen ziemlich durchgeschüttelt zwischen diesen wurde und deshalb eine andere Herangehensweise an sein Produktionsteam bei seiner Versoftung fordert. Mit doppelter Schizophrenie, Wolverines Selbstheilungskräften sowie der Fähigkeit sich zu Teleportieren ausgestattet, zwingt der „Merc with a mouth“, der „Söldner mit Schnauze“, die bekannten Activison High Moon Studios durch Waffengewalt ihm ein Spiel auf den Leib zu schneidern. Nach kurzer Überzeugungsarbeit mittels wahr gemachter Bombendrohung, fliegt Deadpool so ein Spiele-Script in die abgeranzte Söldnerbutze, welches er fortan natürlich größtenteils zu ignorieren versucht.

Im Improvisieren ist er seiner drei Meinungen nach ja viel besser.

Das Abenteuer beginnt zwar planmäßig mit dem Auftrag einen Medienmogul zu entführen, der coole Kidnapping-Coup wird aber vom teuflischen Mr. Sinister verhindert, da er den zu bemitleidenden Menschen Deadpool vor der Nase weggeschnappt.
Um folgend dessen Plan hinter der Entführung zu verstehen, womöglich größeres Übel zu verhindern und anschließend im Ruhm so wie weiblichen Fans zu baden, macht sich Deadpool auf die Spur des galaktischen Wesens und trifft dabei den einen oder anderen Marvel Superheld, der meist aus der bekannten X-MEN Riege stammt.
Von Wolvie, Psylocke, Rouge und einigen anderen langbeinigen Schönheiten (auf die es alle Trio-Persönlichkeiten des Supersöldners abgesehen haben), spielt vor allem der aus der Zukunft stammende Cable eine größere Rolle, in einem der abgefahrensten Games des letzten Jahrzehnts.

Deadpool beherrscht typische Actionmoves mit zweischneidigen Schwertern oder Pistolenpaaren und kann auf ein ausbaubares Waffenarsenal zurückgreifen. Er schnetzelt sich seinen Weg daher genretypisch durch Gegnerhorden, jedoch ist der Erzählanteil im Spiel dermaßen ausgetüftelt und mit famoser Synchronisation versehen, dass selbst nach repitativem Dezimieren der Gegnerschaften selten Langeweile aufkommt.

Dabei sind es weniger die albernen Sprüche, Beleidigungen und direkten Ansprachen an den Spieler, der sich zum Beispiel mehr Mühe geben soll den Körper seines mit ihm redenden Protagonisten zu schützen, sondern vielmehr die Grotesken Situationen und Erlebnisse des verrückten Männleins im rot-schwarzen Strampler, deren man Zeuge wird.
Da wird prophylaktisch eine bunte Hüpfburg aufgepustet, um sie später etwas sinnentwand einzusetzen, es wird am Glücksrad gedreht, um eine Kuh zu gewinnen, die folgend während eines Tornados im Winde kreist und einem freundlich zu muht oder das verfügbare Budget zur Herstellung des Spiels wird innerhalb der Level kurzerhand umdisponiert, was einen Rückschritt zur Verwendung von 8-Bit Grafiken und Beschwerdeanrufe des Helden beim Hersteller zur Folge hat.

Deadpool darf sich mit einige wenigen Titeln der Vergangenheit messen eines der witzigsten Games am Firmament zu sein und macht zumindest was den reinen Unterhaltungswert betrifft alles richtig. Leider trifft dies nicht unbedingt auf die technische Umsetzung der High Moon Produktion zu, die fast durchgängig mit leichten Rucklern in der Darstellung und auch mit unschönen Kameraproblemen zu kämpfen hat. Ebenso ist das Gameplay des Spiels auf zu wenig Abwechslung konzipiert, so dass manch Kampfeinlage nur gemeistert werden will, um die nächste Unglaublichkeit erleben zu dürfen.

Dann Entschuldigt Deadpool aber für die investierte Zeit und sorgt mit abstrusen Einfällen und der tollen englischen Synchro für viele Lacher und einen Heidenspaß bei volljährigen Zockern.
Deadpool, tu es bête – C´est bien!

Deadpool
USK 18
Circa 59€
Xbox 360 – Asin: B00CIU84SU
Ps3 – Asin: B00CIU83E0

 

Pikmin 3
Großartige Gartenzwerge

Lange mussten Nintendofans ausharren bis sie endlich ihr erstes, großes Nintendospiel für WiiU in den Händen halten durften. New Super Mario Bros. U und Nintendo Land waren zwar sehr gute, aber doch eher einfache Fingerübungen für den begabten Traditionshersteller. Am 26.07.2013 war es dann aber endlich soweit. Der dritte Teil der beliebten Pikmin Reihe erblickte offiziell das Licht der Welt auf Nintendos aktueller Heimkonsole, nachdem sich Mastermind Shigeru Miyamoto von der Vollendung seiner bunten Babys überzeugt hatte.

Natürlich geht es auch wie in den beiden Vorgängern der Serie irgendwie um den kleinen Captain Olimar, aber mehr um seine neuen Kumpels Alph, Charlie und Emily sowie die unzähligen Gartenzwergerl, denen sie sich bemächtigten, um an Ressourcen aus der Natur und zurück zur Heimat zu gelangen. Hunderte bunter Zipfelmännchen, die namensgebenden Pikmin, müssen vom Team der Mini-Astronauten gefunden, geerntet, geführt, verwaltet und sinngerecht eingesetzt werden, um die Fruchtauslage der darbenden Raumfahrer anzufüllen und auf ihrem Heimatplaneten für frischen Saft zu sorgen. Abhängig von der eigenen Ausbeute verlängert man den 30 bis 100 virtuelle Tage währenden Aufenthalt im Spielstand, der vom WiiU System ab künstlichem Sonnenaufgang an heruntergezählt wird.

Man steuert die Astronauten und ihre Pikmin-Armee mittels verschiedener Optionen, die auf zwei Peripherien geeicht sind und so auch im Multiplayer Modus angewandt werden können.

Das WiiU Gamepad zeigt regulär auf dem Screen eine Umgebungskarte und Details von besonderem Interesse, während mit Wii-Mote und dem Nunchuk Controller die Kontrolle über die Hundertschaft am TV übernommen wird. Mittels Fingerzeig auf dem kleinen Screen darf der Spieler Orte anpeilen, die er sich auf dem Hauptbildschirm näher ansehen möchte und bekommt hintergründige Informationen bereitgestellt. Pikmin 3 lässt sich aber auch vollständig auf dem WiiU Gamepad spielen.
Dabei ist das Spielgeschehen im Großen und Ganzen seit dem Pikmin Gamecube Debüt 2001 Nintendos Antwort auf erfolgreiche Echtzeitstrategiespiele und sich treu geblieben.
Es geht in erste Linie um das taktische Handhaben zur Verfügung stehender Mittel, die in Form verschiedener Ressourcen, Arbeiter und Kämpfer im Spiel vertreten sind. Das Erfüllen der Ziele muss geplant und sorgfältig ausgeführt werden. Pikmin müssen zu diesem Zweck gezüchtet und ihren besonderen Fähigkeiten entsprechend im natürlichen Umfeld eingesetzt werden, um sich an den wild zu erkämpfenden Ressourcen nutzbringend zu verdingen.
Das heißt im Klartext: hektisch, taktische Käferkämpfe, die durch gezieltes Pikim-Werfen gewonnen werden wollen.


Foto: Nintendo

Dafür den Mikrokosmos der Natur zu erforschen, genau zu beobachten, vorzubereiten und dabei die Schwächen der Gegner zu finden, erfordert Aufmerksamkeit wie die geschickte und simultan stattfindende Umsetzung von Ideen an verschiedenen Orten im Gebiet.
Zum einen, damit während des Gartenfeldzugs nicht zu viele der folgsamen Kreaturen ihr Leben im Kampf gegen die Natur verlieren und zum anderen, damit man mit den gesamten Vorbereitungen nicht erneut beginnen muss, während die Zeit ihren Lauf nimmt.
Wiederholen darf man nur einen gesamten Tag und dessen komplette Aufgaben.

Das herzige Gartensetting mit kunterbunten Blumen, Käfern, viel Gras und unterirdischen Höhlen, wird dank WiiU Power erstmals in HD dargestellt und bezaubert durch mannigfaltige Details sowie dank einmaligen Nintendo-Flair in grandiosem Sound, Setting und Spielbarkeit.

Da nun, wie schon im zweiten Teil, Verstärkung in Form von drei neuen Astronauten auf den Planeten PNF-404 mitgebracht wird, enthält das Spiel Mehrspielermodi, die kooperativ oder gegeneinander ausgetragen werden können. Die Integration zwei neuartiger Pikmin mit Spezialfähigkeiten, der frischen Hauptcharaktere sowie der hohen Darstellungs- wie Bedienqualität macht aus Pikmin 3 die WiiU-Hoffnung, die sich der sonnigen Sommerstimmung ergibt und der Fantasie bei kommenden Grünflächenbesuchen eine Menge Inspiration anbietet. Pikmin 3 ist das erfüllende Taktik-Fest mit wahnsinnig vielen, kunterbunten wie gut gelaunten Gästen.
Garantierte Gartenparty!

Pikmin 3
USK: 6
Circa: 49€
WiiU – Asin: B008CPF0UK

 

M.O.J.O, unu, Ouya
Android Basis

Zwischen all den Wellen, die durch die Ankündigungen der neuen Big-Player während der E3 in L.A. entstanden, sickerten weitere Neuigkeiten durch den Sand des digitalen Spielestrandes, die eine Erwähnung verdienen. Da große Firmen mit einer Fehleinschätzung schnell hunderte Millionen Dollar verlieren und sich leicht auf den Weg der Insolvenz begeben, haben andere Konzerne dank der großen Verbreitung von Smartphone Spielen auf Android Basis neue Hoffnung geschöpft. Die erfolgreichen Billig-Spielchen sind vorhanden, die Plattformen mit ihren kleinen Screens jedoch begrenzt einsetzbar und vor allem die Nutzung des Touchscreens als User-Interface wird von Zockern nur belächelt. Dies soll sich mit der Veröffentlichung neuer Heimsysteme ändern, die Android Games auf die große Mattscheibe portieren.

Mad Catz stellte seine erste Konsolenhardware unter dem Namen M.O.J.O vor, die sich in einem kleinen, knallroten Kasten befindet.


Foto: Mad Catz(M.O.J.O)

Jegliche Mad Catz Peripherie wird unterstützt, doch das Besondere der Katzenattacke dürfte in der Accountbindung an bereits erworbene Apps liegen. Auf M.O.J.O darf man seine Tablet, PC und Smartphone Apps die man über Google Play, Amazon oder TegraZone erworben hat, einfach übertragen, ohne erneut zur Kasse gebeten zu werden. Dies sollte natürlich einen nicht zu verachtenden Aspekt für App-Gamer ausmachen.

Interessant ist auch die Sunflex Europe Entwicklung, die auf den Namen „unu“ hören wird. Auch auf Android Basis konstruiert, ist das Gerät selber im Gegensatz zur Konkurrenz aber ein Tablet mit Touchscreen, dass man an den Fernseher für Smart-TV Features anschließen kann.


Foto: Suflex Europe (unu)

Zum Zocken soll sich unu aber ebenso gut eignen, wie für bequemes Couchsurfen ohne TV oder dem modernen Fernsehgenuss. Zu diesem Zweck liegt der Gaming Edition ein Gamepad bei, das mit niedrigen Latenzwerten überzeugen soll. Eine Airmouse, die ein Mini-Keyboard auf der Rückseite besitzt ist für die Eingabe am TV bei beiden Versionen beiliegend.

Ouya war jedoch der Startschuss der Android basierten Konsolen-Idee. Auf Kickstarter, einer Crowdfunding Plattform von Fans vorfinanziert, wurden die ersten Beta-Geräte bereits an ihre Finanzgeber übersendet.


Foto: Ouya Inc.(Ouya)

Das Urteil ist zwar zwiegespalten, einigt sich aber auf verbesserungswürdig. Das Pad mit Touchpanel mache keine Idealfigur und der Überblick im Oyua Store sei auch nicht überwältigend. Vom Antlitz der hochscalierten Handygames auf modernen HD-TV´s ganz zu schweigen. Dennoch darf man den winzigen Kasten nicht unterschätzen, da er seine Nutzer einlädt an ihm herumzuschrauben und ihn zu verbessern und weil alle Spiele als gratis Testversion angeboten werden. Man hat somit schon ohne Frage eine der kostengünstigsten Konsolen aller Zeiten konstruiert, die sich praktischer Weise auch als privates Mediacenter einsetzen lässt.

Die Spieler der Welt werden in der Zukunft entscheiden, ob der aktuelle Android Angriff aus drei unterschiedlichen Richtungen zum rechten Zeitpunkt geschieht oder ob das derzeitige Angebot nicht doch schon völlig ausreichend ist.
Hauptsache: Let´s play!

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