Donnerstag, 1. August 2013

Uruguay macht ernst

Ja zu Cannabis

Das Hanfjournal zu Besuch in Amsterdsammer Coffeshops
Uruguay: Abgabe an Volljährige = Null Problemo / Foto: Archiv

Sechs Hanf Pflanzen soll jeder Uruguayer in Zukunft ganz legal bewirtschaften können, wenn es nach dem gestern beschlossenen Gesetzesentwurf des regierenden Mitte-Links Bündnisses der Frente Ampolio im Land ginge. Nach 14 Stündiger Debatte hatten 50 von 96 Abgeordneten mit geringer Mehrheit den ersten wichtigen Schritt getan und für das Vorhaben gestimmt, Cannabis aus dem monopolistischen Handelsspielraum der Mafia zu entfernen. Das ist das eigentliche Ziel der liberal erscheinenden Entscheidung.

Uruguay wäre damit das erste Land der Erde, das sich für eine vollständige Re-Legalisierung von Hanf ausspräche und den Versuch erwäge, über Abgabesysteme in Apotheken und Clubs, das zukünftige Konsumverhalten der Erwachsenen zu regulieren, während aktiver Jugendschutz gewährleistet würde.
Aber nur 26 Prozent der Bevölkerung und keine weitere Partei steht bisher hinter dem Vorhaben.
Schlimme Befürchtungen kommen nämlich von der Opposition, die nun eine ganze Generation gefährdet sehe, während man mit einem Feuer unbekannten Ausmaßes spiele.
Da jedoch nicht die Förderung des Konsums das Ziel darstelle, „denn den gibt es ja schon“, wie der Abgeordnete Sebastian Sabine realitätsnah wiedergab, sondern das Austrocknen tödlicher Mafia-Strukturen, besteht Hoffnung, das Uruguay in naher Zukunft Friedhöfe gegen Hanffelder austauschen darf.
Mit einer Mordrate von 16 Toten auf 100.000 Einwohner pro Jahr, die hauptsächlich auf mit Drogen verknüpfte Milieuverbrechen zurück zu führen sind, steht Südamerika laut Süddeutscher Zeitung nur einen Platz hinter dem ranghöchsten Todesgebiet Afrika.

Der Schwarze Kontinent hat aber wohlgemerkt neben den weltweit agierenden, omnipräsenten Drogenhändlern, auch mit Jahrhunderte alten Stammesfehden, ausbeuterischem Diamantenschmuggel, Gehirn gewaschenen Kindersoldaten, extremer Armut, argen Klimabedingungen und einer weiterhin präsenten Apartheid ein paar akutere Probleme vorzuweisen, als ganz Amerika dank ihrer unkontrollierten Al Capones.
Das dort das Spiel mit dem Feuer, Cannabis nicht zu legalisieren, bereits einer Generation das Leben kostete, ist den Regierenden der Nüchternheitszustand der Bevölkerung offensichtlich wert.

In Uruguay nicht mehr.
Der von der Frente Ampolio leicht dominierte Senat muss den Entwurf nur noch passieren lassen.

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