Montag, 3. Juni 2013

Ohne Überlebenshilfe stirbt’s sich schneller

Die Zahl der Drogentoten sinkt bundesweit, während sie in Bayern weiter steigt

Diese Meldung beim Bayrischen Rundfunk übergeht die Zahl der Bayrischen Drogentoten elegant

In ganz Deutschland wird in der Drogenpolitik das so genannte „Vier-Säulen-Modell“ angewendet, das neben Prävention, Repression und Therapie auch die Überlebenshilfe in Form von Substitutionsprogrammen für User beinhaltet. Seit der Einführung von Substitutionsprogrammen sinkt die Zahl der Drogentoten Jahr für Jahr. In ganz Deutschland? Nein, eine ehemals unzugängliche, äußert bergige Region im Süd-Osten der Republik mit dem Status eines Freistaats weigert sich seit Jahren, die vierte Säule einzuführen und verfolgt stattdessen Ärzte, die trotzdem substituieren, strafrechtlich. Das führt jedes Jahr zu mehr Drogentoten.  Auch bei der Vorstellung des Drogen-und Suchtberichts 2013 vergangene Woche war Bayern mit 213 Toten ganz vorne und hatte 26 Opfer mehr zu beklagen als noch 2011. Auch in der ersten Hälfte des Jahres 2013 hält diese steigende Tendenz in den Ballungsräumen München und Nürnberg an.
„Eine Hypothese für den Anstieg der Drogentoten wäre, dass es Probleme mit der Versorgung der Opiatabhängigen gibt“ äußerte auch Professor Felix Tretter von der Bayerischen Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen gegenüber der dpa„Das kann zu spektakulären Drogenbeschaffungsmaßnahmen führen, die im schlimmsten Fall tödlich ausgehen“.

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